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heute sind wir beim A (Align) angelangt.
Gerade am Anfang der Selbstständigkeit lassen sich die meisten Probleme einfach mit "mehr Arbeit" lösen.
Zu wenig Kunden? → Mehr Sales, mehr Marketing
Zu "schlecht"? → Mehr Übungsprojekte, mehr Weiterbildung
Zu ineffizient? → Mehr Nacht- & Wochenendschichten
All das funktioniert super, wenn du den Sprung von Level 0 auf Level 1 machst, und vermutlich auch von Level 1 auf Level 2.
Ich hab mich direkt nach der Schule als Bühnentechniker selbstständig gemacht. 2022 kam aufgrund einer Hand-OP dann der Schritt in die Videografie. Von August bis zum 25. Dezember habe ich ohne Pause gearbeitet. In diesen 6 Monaten habe ich enorm viel weitergebracht und meine Selbstständigkeit von Level 0 auf Level 1 gebracht.
Im Januar hatte ich meine erste Blinddarmentzündung (von '22 bis '24 waren es dann insgesamt 9) und im Februar bin ich am Tag vor meinem ersten Urlaub in der Selbstständigkeit mit einer kleinen Panikattacke 2h auf der Kellerstiege gesessen.
Danach war Arbeit nie mehr das Gleiche für mich und seitdem reagiert mein Körper auf zu viel Arbeit extrem sensibel. Was auf der einen Seite gut ist (weil ich auf meinen Körper hören muss), auf der anderen Seite als "Hustle-Dienstleister" extrem nervig war. Es hat sich immer so angefühlt, als könnte ich nicht genug liefern.
Irgendwann kommt der Punkt, wo du dein aktuelles Level durchgespielt hast und der nächste Entwicklungsschritt auf dich wartet. Das passiert nicht von heute auf morgen, aber jeder dieser Schritte erfordert andere Herangehensweisen.
Es erfordert auch, dass wir alte Glaubenssätze aufbrechen und uns an der neuen Vision orientieren, die wir für unser Unternehmen und unser Leben haben. Dazu gehört auch, dass wir akzeptieren, dass vieles von dem, was bei den anderen Levels funktioniert hat, nicht mehr funktionieren wird.
Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist viel besser als ein großer Sprung in die falsche. — James Norbury
Langfristig ist die generelle Richtung viel wichtiger als das Tempo, mit dem wir uns bewegen. Jemand, der jeden Tag einen Schritt in die richtige Richtung macht, wird schneller ankommen als jemand, der ständig neue Wege ausprobiert.
All das, was ich da gerade mit dir teile, mache ich gerade selbst durch. Definitiv passiert gerade ein enormer Entwicklungsschritt. Was echt nicht so einfach ist. Ist es aber nie.
Dahingehend darf ich gerade lernen, dass es grundlegend 2 Arbeitstypen gibt.
"Type A people have Type B people problems and Type B people have a Type A problem." — Chris Williamson | Modern Wisdom
Type A: Gesellschaftlich anerkannt, im Zweifel lassen sich Probleme mehr Arbeit lösen und Pause “is the enemy of progress”.
Type B: “Der faule”
Beide Typen brauchen unterschiedliche Lösungen trotzdem ist es fucking zach und unlustig sich entgegen seinem aktuellen Ich zu stellen. Ein Teil von mir zieht da nämlich in die eine Richtung (gib Gas, KI und "andere" werden dich sonst überholen), ein anderer Teil von mir sagt, dass mir Off-Time (Lesen, Spazieren, Wandern), Routine und Gelassenheit gerade mehr bringt.
Eine "sexy" Lösung gibt es dafür nicht. Ein großer erster Schritt ist es, zu akzeptieren, dass dich Dinge, die dich in der Vergangenheit weitergebracht haben, irgendwann mehr aufhalten als weiterbringen.
Was ich gerade ausprobiere:
→ Das Wochenende ist frei (bis auf meine Lean Chapters)
→ Arbeitszeit unter der Woche ist durch Trainingseinheiten am Abend beschränkt.
→ Schlaf (8h) & Gesundheit priorisieren.
Was es auf alle Fälle braucht, sind Strukturen, Prozesse und Systeme, die dafür ausgelegt sind, mit dir den nächsten Schritt zu gehen. Wenn das nicht steht, dann gibt's wirklich was, was keine Entwicklung zulässt und dich aufhält.
Wenn du am gleichen Punkt bist — du bist nicht allein damit.
Damit entlasse ich dich in den restlichen Sonntag.
Viel Erfolg und eine stressfreie Woche
Lukas
P.S. Hier der Link zum Video von dem Chris Williamson Zitat: https://www.youtube.com/watch?v=Hmmgvd-ZmJA
