Hey
Meiner Meinung nach sind die meisten Kreativdienstleister Gefangene ihrer eigenen Freiheit.
Aber vorher noch was anderes:
Solltest du diese E-Mail bekommen ohne das du dich angemeldet hast, bitte entschuldige mich. Die Integration von Stan → Beehive hat mich ein bisschen gefuxxt. Am Ende der E-Mail kannst du dich wieder abmelden.
Ich steige jetzt ins Newsletter-Game ein. Aber vermutlich etwas anders, als du es gewohnt bist.
Bei mir wird's wenig bis gar keine Sales-E-Mails geben. Ich fokussiere mich auf strategische und perspektivische Inhalte, die sich wie kleine Buchkapitel lesen lassen.
Ich selbst konsumiere 2–3 ausgewählte Newsletter pro Woche (aktuell: Julian Hosp, Dan Koe & Manuel Morgen), wo ich gut und gerne mal 10–15 Minuten an einer E-Mail lese. Genau das möchte ich mit diesen Kapiteln erreichen.
Jetzt aber mal genug Blabla. Lass uns ins Thema gehen:
Falls du es nicht weißt: Ich war 5 Jahre als Videograf und Kreativ-Dienstleister vollzeit-selbstständig. Zwischenzeitlich waren wir mal 3 Personen im Team. Ganz am Anfang dachte ich immer: Wenn ich mal einen Angestellten habe, dann habe ich es geschafft und bin endlich „frei".
Aufgrund dieser vermeintlichen „Freiheit" habe ich mich eigentlich überhaupt erst selbstständig gemacht.
Spoiler: Diese „Freiheit" kam aber irgendwie nie. Nicht mit meinem ersten 10k€-Monat, nicht mit den ersten 100k€ und auch nicht mit dem ersten Angestellten oder der Gründung meiner GmbH.
Sie kam erst, als ich ein paar Sachen realisiert habe…
Versteh mich nicht falsch: Ich konnte meine Zeit zwar frei einteilen, und von außen wirkte es so, als wäre ich frei, aber mein Kopf hatte ständige offene Loops und war in dieser Freiheit irgendwie gefangen.
Jeder Task, jede Aufgabe, jeder einzelne Arbeitsschritt musste in irgendeiner Art und Weise über mich laufen. Performte ich gut, lief das Business. Hatte ich eine schlechte Woche, lief es halt nicht so.
Damals dachte ich mir, dass das anscheinend das Opfer ist, das man bringen muss für diese vermeintliche Freiheit. Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen und einen anderen Weg zu gehen.
Ende 2024 habe ich mich dann von meinem damaligen Geschäftspartner und Angestellten getrennt.
Ich wusste, dass ich irgendwas ändern musste:
Vor mir ein Berg von Aufgaben und ein Workload von ca. 100h pro Woche. Normalerweise hatte ich dafür immer die Power von 2½ Personen. Jetzt war ich auf einmal alleine.
Also habe ich begonnen, radikal auszumisten und mein kleines Unternehmen zu vereinfachen, Systeme zu bauen und Prozesse zu entwickeln.
Für viele mag sich dieser Schritt vielleicht wie ein Rückschritt anhören. Und ja, rein rational bin ich von 3 auf 1 gegangen. Aber in mir drinnen hat sich einiges getan.
Der größte Step, der eigentlich alles verändert hat, war: 2025 habe ich alleine (mit max. 30h Arbeitszeit pro Woche) den gleichen Umsatz erreicht wie 2024 mit 2½ Personen.
Ich bin dir ja noch meine Realisationen schuldig:
Ich bin niemand, der sich nur auf ein Projekt gleichzeitig konzentrieren kann/will.
→ Lösung: Ich wurde Projektpartner bei der Steiermark Cloud und erarbeite dort 15–25h pro Woche Infrastruktur- & Cloud-Lösungen für Unternehmen.
Ist es der schnellste Weg, meine Ziele zu erreichen? Nein. Ist es ein nachhaltiger Weg? Vermutlich ja. Aber da kann ich dir in ein paar Jahren mehr dazu sagen.
80% aller nicht-kreativen Tasks sind repetitiv und vorhersehbar.
→ Lösung: Klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen, SOPs, Vorlagen, Templates, Automatisierungen und Delegation.
Das, was mich am meisten beschäftigt hat, war die Unzahl an verschiedenen Aufgaben und Microtasks, die bei jedem Projekt auf mich zugekommen sind.
→ Lösung: Prozesse für alle Unternehmensbereiche und Arbeitsabläufe erarbeiten und diese als System in den Alltag integrieren.
Side-Info: 2. & 3. waren auch der Grund, warum damals alles über mich laufen musste. Obwohl wir ein Projektmanagement-Tool hatten, war mein Kopf die zentrale Anlaufstelle für alle Tasks.
Auf Basis dieser Erkenntnisse habe ich in den letzten Wochen ein Framework entwickelt, das Videografen und Fotografen dabei helfen soll, eine ähnliche Reise wie ich hinzulegen.
Ich nenne es das B.A.S.I.S-Framework:
B – Burn the Clutter: Alles raus, was bremst (z.B. Low-Budget-Kunden). Brandherde löschen, Klarheit schaffen.
A – Align: Ziele ausrichten. Verstehen, wo du hinwillst und was dich gerade davon abhält.
S – Systematisieren: Prozesse bauen. SOPs, Strukturen, Workflows, Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
I – Integrieren: Tools, Automatisierungen und KI einbinden, die die Systeme teilweise oder gänzlich beschleunigen.
S – Skalieren: Abgeben, was nicht in deine Hände gehört. Delegation, Outsourcing und Loslassen von Dingen, auf die du keinen Bock hast.
In den nächsten Wochen schauen wir uns die einzelnen Bausteine des Frameworks genauer an.
Bis dahin, nur das Beste und viel Erfolg
– Lukas
