Es ist der 19. April, 17:39. In 21 Minuten sollte das heutige Kapitel „Konkrete Systeme für Kreativdienstleister“ für dich fertig sein.
Ich habe heute Früh schon gesagt, dass ich das Chapter morgen nachreichen werde. Und trotzdem sitze ich nach einem Regen Spaziergang mit unserem Tiersitter-Hund gerade auf der Couch, schaue eine Folge Rookie und schreibe diese Zeilen.
Seit fünf Wochen weiß ich, dass dieses Kapitel heute online gehen wird. Gestern sind ein paar Sachen nicht so gelaufen wie geplant, und ich bin nicht dazu gekommen. Der Plan war, es heute Früh zu erledigen. Dann kam Beachvolleyball dazwischen und danach fehlte mir einfach die Motivation.
Diese Woche war generell nicht optimal. Ich bin seit einigen Tagen wieder leicht angeschlagen. Dann bin ich grundsätzlich leichter reizbar, was wiederum zu unnötigen Diskussionen mit meiner Partnerin führt, die im Nachhinein betrachtet komplett unnötig waren und mir noch mehr Energie geraubt haben. Was wiederum dazu führt, dass ich die Dinge, die ich mir vornehme nicht umsetze.
Warum sitze ich jetzt trotzdem da und schreibe das Kapitel?
Ich arbeite seit einiger Zeit nach dem Base-Line- und Top-Line-Prinzip.
Ich bin jemand, der sich gerne große Ziele setzt und sich viel vornimmt.
Ein paar Beispiele von den Dingen wo ich meine sie machen zu müssen…
Jeden Tag mehrere Stories posten
Verschiedene Sales-Aktivitäten durchführen
Jeden Tag posten
1–2 Newsletter pro Woche schreiben
Jeden Tag Sport
10.000 Schritte
1–2 YouTube-Videos hochladen
usw.
Das waren nur ein paar Todo’s, die ich in einer idealen Woche oder an einem idealen Tag gerne machen würde.
Jetzt kannst du raten, wie oft dieser Idealzustand eintritt.
Fast nie.
Das hat dazu geführt, dass ich mich selbst schlecht gemacht habe, wenn ich diesen Idealzustand nicht erreicht habe.
„Es kann ja nicht sein, dass ich die Dinge nicht einhalte, die ich mir vornehme. Sonst schaffen das ja auch alle.“
Das wiederum hat dazu geführt, dass ich ständig unzufrieden mit meiner Arbeitsweise war, oft ins Alles-oder-nichts-Denken gefallen bin und regelmäßig verzweifelt bin, weil nichts weitergeht.
Nachdem ich im Dezember einen Jahresplanungsworkshop von Manuel Morgen besucht habe, habe ich meine Strategie angepasst und das Base-Line- und Top-Line-Prinzip eingeführt.
Das eröffnet mir einen Rahmen, in dem ich mich täglich bewegen kann. Habe ich viel Energie, setze ich mehr um. Habe ich weniger Energie, mache ich trotzdem die wichtigsten Dinge, damit ich in Bewegung bleibe.
Wie kommst du zu deiner Top-Line und Base-Line?
Das gehen wir jetzt im Schnelldurchlauf durch:
Zielraum definieren
Damit wir wissen, was wir tun müssen, brauchen wir zuerst ein Ziel. Definiere also einen Zielraum, den du erreichen möchtest.
Zum Beispiel:
3–6 neue Kunden
10–20 Stunden pro Monat weniger arbeiten
5.000–10.000 Follower auf Social Media
Ich glaube, du verstehst, was ich meine.
Tipp: Setz dir das Ziel für die nächsten 90 Tage oder ein Quartal. Das ist überschaubar und gleichzeitig lang genug, um wirklich etwas zu bewegen.
Top-Line
Jetzt definieren wir all die Dinge, die du machen könntest, um dein Ziel schnellstmöglich zu erreichen.
Beispiel:
3 Stunden Sales am Tag
Jeden Tag 2× posten
usw. (setz einfach die Liste von oben ein)
Daraus ergibt sich eine Liste mit all den Dingen, die du an einem idealen Tag umsetzen kannst.
Da wir schon festgestellt haben, dass es diese idealen Tage nur sehr selten gibt, kommt jetzt die Base-Line ins Rennen.
Base-Line
Jetzt musst du hart ehrlich zu dir sein. Das ist vermutlich eines der schwierigsten Dinge für „High Performer“.
Was sind 2-3 Dinge auf täglicher und wöchentlicher Ebene, die du unter allen Umständen machen musst, um dein Ziel nicht zu verfehlen?
Tipp: Das muss auf einem Level sein, das du wirklich umsetzen kannst. Auch wenn der Tag oder die Woche echt beschissen sind.
Meine aktuelle Base-Line:
10 LinkedIn-Vernetzungsanfragen stellen (3–5 Minuten)
3 LinkedIn-Nachrichten pro Tag (5–10 Minuten)
1 Lean-Chapter pro Woche ausschicken (1–2 Stunden)
3–4 Short-Form-Content-Pieces aus dem Lean-Chapter extrahieren und posten (1 Stunde)
Kundenbetreuung (3–4 Stunden) pro Woche
Das sind circa 6–8 Stunden pro Woche. Und das schaffe ich eigentlich immer umzetzen.
Mit diesen 6–8 Stunden werde ich keine riesigen Schritte machen, aber ich halte meinen Status quo oder sehe vermutlich sogar ein bisschen Wachstum.
Dieses Chapter ist bei weitem nicht auf dem Niveau, auf dem ich gerne schreiben würde. Für mich ist es aber umso wichtiger, es trotzdem auszuschicken.
Ich hoffe, du verzeihst mir das.
Ich wünsche dir einen angenehmen Sonntagabend und einen guten Start in die Woche!
Lukas
P.S.
Ich würde mich übrigens sehr über Feedback von dir freuen. Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich ins Leere schreiben. Die Statistiken zeigen aber, dass mehr als 50% die E-Mail tatsächlich öffnen.
