Wann hast du das letzte Mal zu etwas Nein gesagt?
Bei den meisten Themen gibt es unzählige Möglichkeiten. Jeder einzelne Weg wird dich vermutlich weiterbringen. Aber genau das birgt auch enorme Gefahren für dein Zukunfts-Ich.
Wenn du alles machen kannst, ist es nicht sonderlich schwer, alles zu machen. Viel schwerer ist es, Nein zu sagen.
Es ist leicht, bei einem Kunden noch eine unbezahlte Review-Schleife draufzulegen. → Aber viel schwerer zu kommunizieren, dass es nur 2 Schleifen gibt.
Es ist leicht, eine Low-Budget-Anfrage anzunehmen. → Aber viel schwerer, einem potenziellen Projekt eine Absage zu erteilen.
Es ist leicht, Ja zu sagen, wenn der lokale Verein fragt, ob man dieses Jahr wieder helfen kann. → Aber viel schwerer zu sagen, dass man dieses Jahr nicht helfen kann.
Versteh mich nicht falsch: Auch ich sage gerne Ja zu Dingen, und das soll kein Aufruf dazu werden, gemeinnützige Organisationen nicht mehr zu unterstützen.
Hast du dir mal die Frage gestellt, wie viel es dich eigentlich kostet, zu allem Ja zu sagen?
Ein Low-Budget-Projekt: 20h Aufwand × dein echter Stundensatz = ??? + die Opportunitätskosten von 20h (z. B. Vertriebsaktivität).
Einmal eine unbezahlte Review-Schleife ist kein Weltuntergang. Bei 30 Projekten und durchschnittlich 2h pro Schleife sind das 60h im Jahr.
Dem gemeinnützigen Verein 2× im Jahr am Wochenende zu helfen, weil man es immer schon gemacht hat? Ist ja nichts dabei, solange du es gerne machst. Wenn nicht — wozu?
Und das sagt übrigens jemand, der selbst sein ganzes Leben lang in Vereinen gearbeitet hat und immer noch einen Fitnessverein führt.
Der Fehler, den ich dabei bei mir selbst beobachte, ist, dass diese Dinge sehr oft unbewusst passieren. Und das ist gegenüber meinem Zukunfts-Ich mega verantwortungslos.
20h im Jetzt sind nichts. Welchen Effekt hätten diese 20h in 10, 25 oder 50 Jahren, wenn du sie in etwas investieren würdest, das du mega gerne machen würdest oder das dich wirklich weiterbringt?
Ich hab's mal durchgerechnet. Mit einer jährlichen Verzinsung von 5% wären es nach
10 Jahren 60% mehr
25 Jahren 340% mehr
und nach 50 Jahren satte 1.200% mehr.
Verstehst du jetzt, warum ich meine, dass diese 20h im Jetzt falsch investierte Zeit gegenüber deinem Zukunfts-Ich so verantwortungslos sind?
Okay, das wäre ein typisches Beispiel, das man im Finanzkontext hören würde und kann so vielleicht nicht ganz wahrheitsgetreu übertragen werden, aber ich glaube, du verstehst, was ich damit ausdrücken will, oder?
(Falls nicht, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, mir genau das zu sagen.)
Weißt du, ich bin absolut ein Fan davon, alles auszuprobieren. Aber irgendwann muss der Punkt kommen, wo du beginnst, Dinge wieder aus deinem Leben zu entfernen.
Du kannst nicht 3 Businesses weiterbringen, genug Zeit mit deiner Familie verbringen, der Liebe deines Lebens ein guter Partner sein, dem Verein helfen, Rennrad fahren, Beachvolleyball spielen, Skifahren, Laufen, Crossfit machen, Gym gehen, Yoga mache, Fußball spielen, Badminton spielen, Mountainbiken, Wandern, Tauchen und Reisen und gleichzeitig glauben, dass es sich „gut" so anfühlt.
Falls du das doch glaubst, wird es dich innerlich zerreißen, weil du nie das Gefühl haben wirst, all deinen Interessen genug Aufmerksamkeit zu schenken.
Es gibt genau 3 Wege, das zu lösen:
Wir gehen den Weg von Person A:
All das ist genau das, was du machen willst. Du akzeptierst, dass du dich in keinem Bereich besonders weiterentwickeln wirst, und akzeptierst das, weil dir deine vielseitigen Interessen wichtiger sind als intensive Weiterentwicklung in ein paar wenigen Bereichen.
Wir gehen den Weg von Person B:
Du machst all das nur, weil immer wieder etwas Neues dazugekommen ist, du nie aussortiert hast und eigentlich keinen Bock darauf hast. Dann solltest du dein Leben schleunigst radikal vereinfachen.
Oder wir gehen den Weg von Person C:
Du weißt, dass du prinzipiell alles machen kannst, weißt aber auch, dass sich nicht alles mit deinen Zielen vereinbaren lässt und entscheidest dich deswegen dazu, bewusst Ja und Nein zu Dingen zu sagen. Obwohl du Bock darauf hättest mehr zu machen.
Was hat all das jetzt mit dem B.A.S.I.S Framework zu tun?
Naja, ohne dass du dir die Frage „Was will ich wirklich?" beantwortet hast, bringt es gleich gar nichts, etwas zu verändern.
Deswegen habe ich eine Bitte an dich:
Stell dir diese Frage. Und diesmal bitte, ohne dass du daran denkst:
was jemand anders / die Gesellschaft von dir erwarten würde
wohin du die letzten Jahre deine Zeit oder Energie investiert hast
oder welche Auswirken es auf dein Leben haben könnte.
Mit dieser Frage entlasse ich dich in den restlichen Sonntag. Ich wünsch dir viel Erfolg für die nächste Woche!
Nur das Beste,
Lukas
