Mir ist etwas passiert…
Ich habe, nachdem ich das Chapter am Samstag fertig geschrieben habe, komplett darauf vergessen, es hochzuladen und zu planen. Deshalb heute einen Tag später als sonst …
hast du die Frage aus dem letzten Chapter beantwortet?
Wenn nicht, dann mach das bitte. Das ist essenziell für das heutige Lean Chapter. Hier kannst du es dir noch einmal durchlesen.
Letzte Woche haben wir uns mit dem Ja-Sagen und Nein-Sagen auf einer Metaebene beschäftigt. Passend zum Frühlingsbeginn (okay, ich bin vielleicht eine Woche zu spät) machen wir heute gemeinsam einen Frühjahrsputz.
Wann hast du das letzte Mal aufgeräumt? Ich meine jetzt nicht die Lade daheim, in der man irgendwie alles finden kann. Sondern ich meine in deinem Business ...
Im letzten Chapter haben wir sehr intensiv darüber gesprochen, dass prinzipiell alles immer mehr wird. Mehr Kunden, mehr Arbeit, mehr Abos, mehr Tools, mehr Stress, mehr Verantwortung.
Das resultiert hoffentlich dann auch in mehr Umsatz. Sonst haben wir ein anderes Problem.
Was zwangsläufig parallel auch mehr wird, sind unsere Erfahrungen, unser Know-how und vermutlich auch unser Verständnis darüber, was wir im Leben wirklich erreichen wollen. Gleichzeitig gibt es Dinge, die wir vor Jahren gekauft, abgeschlossen oder angenommen haben und die nicht mehr zu unserem langfristigen Ziel passen. Das können Kunden sein, das kann Equipment sein oder irgendein Programm.
Als Beispiel: Früher war die Adobe Creative Cloud mein Go-to für fast alles. 2023 bin ich auf DaVinci umgestiegen und InDesign habe ich seit Monaten nicht mehr geöffnet. Das Abo wird aber weiterhin brav jedes Jahr im Mai abgebucht. Wirklich nutzen tue ich davon nur noch Lightroom. Mit Luminar, Darktable und Affinity gäbe es durchaus Alternativen. Ich bin bis jetzt schlichtweg zu faul gewesen, mich um etwas anderes zu kümmern: „Es läuft ja eh so, wie es gerade ist.“
Wir reden hier jetzt nur von einer Sache. Wegen einer Sache geht die Welt nicht unter. Mir würden bei mir selbst trotzdem auf Anhieb zehn Dinge einfallen, die nur noch Relikte aus alten Zeiten sind. Dazu muss ich aber sagen, dass ich mich seit drei Monaten mit nichts anderem beschäftige, als mein Unternehmen an meine „neue“ persönliche Vision anzupassen. Vieles habe ich bereits umstrukturiert oder ganz eliminiert und trotzdem kosten mich diese Dinge weiterhin mehrere Tausend Euro jedes Jahr.
Es ist ein bisschen wie bei einer Hängebrücke: Reißt ein Seil, passiert nichts. Lediglich die Belastung auf die anderen Seile wird höher. Mit jedem Seil, das reißt, steigt die Belastung weiter. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Belastung so hoch ist, dass alle Seile gleichzeitig reißen. Das sollten wir im Idealfall vermeiden.
Irgendwann ist auch in deinem Business der Punkt erreicht, an dem Dinge aus früheren Zeiten, die nicht mehr zu 100% ideal sind, dich so stark belasten, dass sie sich mit deiner aktuellen Vision nicht mehr vereinbaren lassen. Das ist der Punkt, an dem Tage länger werden, der Spaß weniger wird und die Frage aufkommt, ob du auf dem richtigen Weg bist.
Ich muss dir leider mitteilen, dass es dafür keine Wunderlösung gibt. Das ist auch nichts, was man einmal macht und dann nie wieder. Mit jeder neuen Erfahrung verändert sich deine Arbeitsweise ein kleines bisschen. Deswegen müssen wir uns dem Ganzen auch regelmäßig widmen.
Mit „regelmäßig“ meine ich nicht jede Woche, sondern einmal im Quartal. Zumindest passt das gut zu meiner Arbeitsweise, da ich in 90-Tage-Zielen denke und arbeite.
Einmal im Quartal stelle ich mir also folgende Fragen:
Was kostet mich unnötig Zeit?
Welche Kunden & Projekte nerven mich am meisten / kosten mich am meisten Zeit?
Welche Ideen habe ich, um meine Arbeitsweise zu verbessern?
Für welche Programme gäbe es Alternativen? Kann ich Abos kündigen, wenn ich meinen Workflow verändere? (z.B. 2 Programme in ein Programm überführen, das die gleichen Funktionen hat)
Achtung: Es geht hier nicht ausschließlich um Kostenreduktion. Du wirst für alles ein kostenloses Tool finden. Wenn das kostenlose Tool dann zur Folge hat, dass du für Arbeiten 1h länger brauchst, bringt dir das rein gar nichts. Achte also darauf, dass du dir gut überlegst, was du dann tatsächlich veränderst.
Ein guter Tipp, den ich von Gabe Bult (Minimalismus-Guru) mal gehört habe, ist auch, sich die Frage zu stellen: Wenn ich mich ohne diese Altlast noch einmal für eine Sache entscheiden müsste, welche Entscheidung würde ich treffen?
Das hilft ein bisschen dabei, das „Ich hab das immer schon so gemacht“-Denken aufzubrechen.
Eine Kleinigkeit, die mir enorm hilft, den Überblick zu behalten, sind zwei Listen.
Eine „Projektbudget-Liste“. Da stehen alle Projekte drauf, die dieses Jahr anstehen, inklusive Projektbudget und der Summe, die bereits bezahlt worden ist. Aufwand: 5 Minuten im Monat. Sie gibt dir aber sofort einen groben Überblick, wo die Reise in den nächsten Wochen & Monaten hingeht.

Eine „Fixkosten-Liste“: Es gibt mittlerweile eh unzählige Tools dafür. Du kannst aber auch einfach eine simple Liste erstellen (ich verwende Notion). In diese Liste kommen alle deine Fixkosten rein. Schau dafür einfach dein Konto durch und trage sukzessive alle regelmäßigen Abbuchungen ein:
„Dein Gehalt"
Abos
Steuerberatungskosten
Kontoführung
Versicherung
Leasing
KFZ
usw.
Am Ende kommt eine monatliche und eine jährliche Summe raus. Das, gegenübergestellt mit dem Ergebnis der Projektbudget-Liste, zeigt dir auf einen Blick, wie es deinem Business gerade geht, ob du die Füße hochlegen kannst oder schauen musst, dass du in die Gänge kommst, um noch ein paar neue Projekte zu akquirieren.
Ich glaube, das ist genug für dieses Kapitel. Ein Quartalsende eignet sich immer ideal, um so etwas anzugehen. Für mich ist das ein bisschen wie ein Jahreswechsel in klein ;-)
Ich wünsch dir eine erfolgreiche und vor allem stressfreie Woche!
Nur das Beste,
Lukas
